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Mich erstaunt und freut es immer wieder, wie schnell das Jahr doch umgeht. Nun steht der herrliche Sylter Sommer wieder bevor und somit auch das Kammermusikfest Sylt, das nunmehr bereits im vierten Jahr stattfindet!
Ich freue mich sehr, dass wir Ihnen in der Festivalwoche wieder fantastische Künstler präsentieren können, die das Monte Piano Trio aus seinem internationalen Arbeitsumfeld für Sie eingeladen hat. Langjährige Besucher werden darunter das ein oder andere bekannte Gesicht wiedererkennen können, sich aber auch über neue inspirierende Künstler freuen können, die Sie bisher vermutlich noch nicht kannten. Alle gemeinsam werden Sie in der Festivalwoche wieder ein brillantes Ensemble bilden, das Sie in so ganz unterschiedlichen Zusammensetzungen genießen werden können. Das ist eine Gelegenheit, die Sie nicht alle Tage haben.

Nach einem spannenden Workshop des Monte Piano Trio mit den Sylter Werkstätten und ihren engagierten MitarbeiterInnen im Vorfeld der Festivaltage werden wir das Kammermusikfest 2015 im stilvollen Kontorhaus Keitum eröffnen. Weiter geht es in die kulturell passionierte Akademie am Meer im Klappholttal und ins elegante Falkenstern Fine Art & Atelier Sprotte in Kampen.
Für unsere kleinen Zuhörer haben wir wieder gemeinsam mit dem Team der Kreismusikschule Westerland ein Kinderkonzert in ihrem märchenhaften Kleinen Musiktheater vorbereitet, zu dem wir alle einheimischen und Urlaubs-Kinder einladen möchten.
Ich freue mich auch, dass das Kammermusikfest dieses Jahr das erste Mal an der Ostspitze der Insel bei den Morsumer Kulturfreunden zu Gast sein wird und bin gespannt auf das Konzert im Muasem Hüs in Morsum.
Hervorheben möchte ich noch das Konzert in der kleinen, romantischen Dorfkirche St. Niels in Alt-Westerland, da ich den Eindruck habe, dass sich viele unserer Gäste noch nicht bis dorthin verirren. Mit ihrer wundervollen Atmosphäre ist dieses Konzert immer etwas ganz Besonderes. Zur Abschlussgala geht es dann in den festlichen Friesensaal in Keitum, in dem wir das Kammermusikfest fulminant beschließen werden.

Zu guter Letzt möchte ich Ihnen noch unseren Freundeskreis ans Herz legen! Erstklassige Kultur hat seinen Preis, der sich nicht unbedingt direkt in den Kartenpreisen wiederspiegeln lässt. Auch wir sind auf die Unterstützung von Liebhabern der klassischen Musik angewiesen, um das Festival weiter jeden Sommer veranstalten zu können.
Daher würde ich mich sehr freuen, wenn Sie ein Freund des Kammermusikfestes würden und uns mit einer regelmäßigen oder einmaligen Spende unterstützen würden. Nähere Informationen dazu, wie auch zu den Vorteilen, die Ihnen daraus entstehen, finden Sie unter “Freundeskreis“. Sprechen Sie mich auch gerne darauf an.

Und halten Sie nach uns Ausschau, vielleicht sehen Sie uns ja mal auf den Straßen der Insel, wenn wir gerade zum nächsten Konzert düsen.

Herzlichst,

Ihr Malte Ruths
Verein Kammermusikfest Sylt e.V.

dieses Jahr möchten wir Sie nach Osteuropa entführen, eine weite Gegend, die auf den sogenannten Westen seit jeher eine große Faszination ausübt: geographisch so nah – im innersten fühlen wir uns ja alle als Europäer, und die Politik hat mit der Erweiterung der EU nach Osten zu diesem gemeinschaftlichen Zugehörigkeitsgefühl beigetragen – und kulturell dann doch so fern. Unsere Liebe zur osteuropäischen musikalischen Landschaft hat uns bei der Programmwahl geleitet, und wir versuchten uns, gemeinsam mit den großen Komponisten der Vergangenheit, mit dieser Welt und deren Musik auseinander zu setzen.

Was verstehen wir aber unter „osteuropäischer Musik“? Musik, die osteuropäische Themen und Rhythmen benutzt, oder Musik von osteuropäischen Komponisten?
Die Themen und Rhythmen, die von den westlichen Komponisten am meisten verwendet wurden, um ihren Werken eine gewisse osteuropäische, exotische Atmosphäre zu verleihen, scheinen mehr aus der Musik der Sinti und Roma zu stammen, als aus der lokalen Volksmusik einer bestimmten osteuropäischen Region: bereits in der Barockzeit inspirierte die traditionelle Musik des Fahrenden Volkes einen Komponisten wie Telemann, weitere sehr berühmte Hommagen sind Haydns sogenanntes „Gypsy Trio“ und Brahms’ „Zigeunerquartett“ in g-Moll.

Auch der rumänische Komponist George Enescu, der in sehr jungen Jahren nach Österreich und anschließend nach Paris auswanderte, schrieb im Alter von 14 Jahren sein erstes Klavierquintett unter dem Einfluss der Musik der Fahrenden Leute. Es ist für uns eine große Freude und Ehre, dass dieses Stück bei unserem Abschlusskonzert seine Deutschland-Premiere erfahren kann.

Ohne die osteuropäischen Komponisten wäre aber das heutige musikalische Europa nicht vorstellbar: man denke an Riesen wie Dvořák, Smetana, Janáček, Bartók, die mit ihrer unverkennbar „osteuropäischen“ Musik einen anderen Ostwind in die musikalischen Breiten Europas und später auch der USA brachten. Mit ihnen kamen nicht die exotischen Themen zum Zitieren nach Westen, sondern deren Verarbeitung seitens Komponisten, die in der östlichen musikali- schen Landschaft geboren und aufgewachsen waren.

Einen besonderen Fokus werden wir dieses Jahr auf die böhmische Musik und Antonín Dvořák richten, der auch in seiner Biographie beispielhaft für die musikalische Strömung von Osten nach Westen ist. Gerade die böhmischen Komponisten verbinden nämlich auf höchster künstlerischer Ebene den urwüchsigen Charme tschechischer Volksmelodien, ihren wechselnden Charakter zwischen tiefer Melancholie und spontaner ehrlicher Freude, mit den monumentalen formalen Konstrukten der mitteleuropäischen Romantik.

Folgen Sie doch uns und unseren fantastischen Gästen auf dieser Reise von Tschechien bis Rumänien über die Slowakei und Ungarn in fünf Tagen voll intensiver, freudiger und träumerischer Musik, geprägt vom besonderen Geist der osteuropäischen Tradition.

Viel Spaß wünscht Ihnen Ihr

 

Monte_piano_trio

Claude Frochaux, Irina botan und Francesco Sica
Künstlerische Leitung des Kammermusikfestes Sylt

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